AdSupply Redaktion
Trends & KI
Willkommen zu den Marketing-Trends der Woche. Diese Ausgabe dreht sich um das, was passiert, wenn KI-generierter Content auf virale Mechaniken trifft – und warum nicht alles, was viral geht, auch gut für Marken ist.
"Fruit Slop" – so nennen Kritiker den spezifischen Look von KI-generierten Bildern: Überbelichtete Farben, perfekt symmetrische Früchte, unmöglich schöne Lebensmittel. Was als Qualitätsmerkmal gedacht war, wird zum Erkennungsmerkmal schlechten Contents.
Das Paradox: Je "perfekter" KI-Bilder werden, desto mehr heben sie sich von authentischem Content ab. Nutzer entwickeln ein intuitives Gespür für den "KI-Look" – und reagieren zunehmend negativ darauf.
Was das für Marken bedeutet: Stock-Photo-Ästhetik war gestern. Entweder echte Fotos oder so offensichtlich KI-generiert, dass es als Stilmittel funktioniert. Das Mittelding – realistisch wirkende KI-Bilder – wird zum Trust-Killer.
Eine neue Welle von "Shady Marketing" rollt über TikTok und Instagram: Marken und Creator inszenierenFake-Streitigkeiten, Affiliate-Betrug und inszenierte Empörung, um Engagement zu generieren. Das Prinzip: Kontroverse = Aufmerksamkeit = Monetarisierung.
Besonders perfide: Die Grenze zwischen authentischer Empörung und inszeniertem Drama verschwimmt. Nutzer können oft nicht mehr unterscheiden – und genau das ist Teil der Strategie.
OpenAIs Video-KI Sora wurde mit enormen Expectations gestartet – und hat sie nicht erfüllt. Die generierten Videos wirken für Profis zu "KI-artifiziell", für Laien zu unheimlich. Ein klassischer "Uncanny Valley"-Effekt bei technisch hochwertigem Output.
Parallel dazu: Erste Ads in ChatGPT werden ausgerollt, mit gemischten Ergebnissen. Nutzer, die für "unkommerzielle" AI-Assistenz bezahlen, reagieren allergisch auf Werbung.
Die Zahl der KI-generierten Influencer wächst rasant. Lil Miquela war der Pionier, jetzt gibt es Dutzende virtuelle Persönlichkeiten – und immer mehr Brands setzen auf KI-Creators statt auf reale Menschen.
Gleichzeitig explodieren Promi-Fakes: Mit minimalem Aufwand können jetzt täuschend echte Videos von Prominenten erstellt werden, die Dinge sagen, die sie nie gesagt haben. Die ethische Dimension ist enorm – und die rechtliche noch völlig ungeklärt.
Die KI-Ära im Marketing ist nicht linear. Was technisch möglich ist, ist nicht automatisch das, was funktioniert. Authentizität, Transparenz und echter Value werden in einer KI-überschwemmten Welt noch wertvoller – nicht weniger.