AI / Trends 07. April 2026 6 Min. Lesezeit

Die Marketing-Trends der Woche:
Fruit Slop, Shady-Marketing und das Sora-Aus

AS

AdSupply Redaktion

Trends & KI

KI Trends
Die KI-Content-Explosion verändert Plattformen und Marketing grundlegend – mit fragwürdigen Auswüchsen

Willkommen zu den Marketing-Trends der Woche. Diese Ausgabe dreht sich um das, was passiert, wenn KI-generierter Content auf virale Mechaniken trifft – und warum nicht alles, was viral geht, auch gut für Marken ist.

🍊 Fruit Slop: Wenn KI-Ästhetik zum Trend wird

"Fruit Slop" – so nennen Kritiker den spezifischen Look von KI-generierten Bildern: Überbelichtete Farben, perfekt symmetrische Früchte, unmöglich schöne Lebensmittel. Was als Qualitätsmerkmal gedacht war, wird zum Erkennungsmerkmal schlechten Contents.

Das Paradox: Je "perfekter" KI-Bilder werden, desto mehr heben sie sich von authentischem Content ab. Nutzer entwickeln ein intuitives Gespür für den "KI-Look" – und reagieren zunehmend negativ darauf.

Was das für Marken bedeutet: Stock-Photo-Ästhetik war gestern. Entweder echte Fotos oder so offensichtlich KI-generiert, dass es als Stilmittel funktioniert. Das Mittelding – realistisch wirkende KI-Bilder – wird zum Trust-Killer.

Shady Marketing: Fake-Dramen als Engagement-Hack

Eine neue Welle von "Shady Marketing" rollt über TikTok und Instagram: Marken und Creator inszenierenFake-Streitigkeiten, Affiliate-Betrug und inszenierte Empörung, um Engagement zu generieren. Das Prinzip: Kontroverse = Aufmerksamkeit = Monetarisierung.

Besonders perfide: Die Grenze zwischen authentischer Empörung und inszeniertem Drama verschwimmt. Nutzer können oft nicht mehr unterscheiden – und genau das ist Teil der Strategie.

Die Eskalationsleiter des Shady Marketing:

  1. 1. Stage 1: Überraschte Reaktionen auf "Zufälle"
  2. 2. Stage 2: Subtile Schleichwerbung als Empörung getarnt
  3. 3. Stage 3: Offene Affiliate-Pushs in Drama-Form
  4. 4. Stage 4: Fake-Admitting ("Ja, ich werde bezahlt") als Glaubwürdigkeits-Trick

Sora floppt – und was das über KI-Werbung aussagt

OpenAIs Video-KI Sora wurde mit enormen Expectations gestartet – und hat sie nicht erfüllt. Die generierten Videos wirken für Profis zu "KI-artifiziell", für Laien zu unheimlich. Ein klassischer "Uncanny Valley"-Effekt bei technisch hochwertigem Output.

Parallel dazu: Erste Ads in ChatGPT werden ausgerollt, mit gemischten Ergebnissen. Nutzer, die für "unkommerzielle" AI-Assistenz bezahlen, reagieren allergisch auf Werbung.

Key Learnings:

  • • Technische Capability ≠ Marktreife
  • • "Better than nothing" reicht nicht für Paid Placement
  • • Paid + AI muss nahtlos sein, sonst bricht Trust

KI-Influencer und Promi-Fakes

Die Zahl der KI-generierten Influencer wächst rasant. Lil Miquela war der Pionier, jetzt gibt es Dutzende virtuelle Persönlichkeiten – und immer mehr Brands setzen auf KI-Creators statt auf reale Menschen.

Gleichzeitig explodieren Promi-Fakes: Mit minimalem Aufwand können jetzt täuschend echte Videos von Prominenten erstellt werden, die Dinge sagen, die sie nie gesagt haben. Die ethische Dimension ist enorm – und die rechtliche noch völlig ungeklärt.

Takeaway für Marken

Die KI-Ära im Marketing ist nicht linear. Was technisch möglich ist, ist nicht automatisch das, was funktioniert. Authentizität, Transparenz und echter Value werden in einer KI-überschwemmten Welt noch wertvoller – nicht weniger.